Kommunikationskongress 2015: Die Macht der digitalen Transformation

Kommunikationskongress 2015 | Foto: BdP (http://www.kommunikationskongress.de/kommunikationskongress-2015/)

Intensiv. Spannend. Digital. Der #kk15 hatte weit mehr als prominent besetzte Keynotes und interessante Kontakte zu bieten. Ob Best Case, Panel-Diskussion oder Pausen-Gespräch: Ein Thema war aus unserer Sicht von so großer Bedeutung, dass es das eigentliche Fokusthema „Macht“ eindeutig in den Schatten gestellt hat – die digitale Transformation und ihre Herausforderungen für die Unternehmenskommunikation.

Philipp Schindera, Deutsche Telekom, Leiter Unternehmenskommunikation | Foto: Jens Cornelißen

„Die digitale Transformation ist ein Thema, bei dem die Kommunikation eine entscheidende Rolle spielt“, eröffnete Philipp Schindera, Leiter Unternehmenskommunikation bei der Deutschen Telekom AG, seinen Vortrag über die Unternehmens-kommunikation als Treiber des digitalen Wandels. Dass das nicht nur eine Floskel ist, macht eine Veränderung bei der Telekom eindrucksvoll deutlich: Ende des Jahres schaltet die Telekom das konventionelle Intranet ab und macht ihr Social Network zum neuen internen Leitmedium. Diese Maßnahme geht auf ein neues Mindset aus agiler Projektsteuerung und abteilungsübergreifender Kollaboration zurück, das die Telekom unternehmensweit etablieren will.

Digitale Kommunikation ist nicht gleich digitale Transformation

Andreas Brandt, Head of Emerging Technologies bei der Deutschen Börse, nahm diesen Faden auf. Demnach ist der Einsatz eines Social Intranets erstmal nur die Implementierung einer digitalen Plattform („Digitale Kommunikation“). Wenn Zusammenarbeit aber neu gedacht und Kundenbeziehungen geöffnet werden, verändern sich ZusammeAndreas Winiarski, Rocket Internet, SVP Global Communications & Corporate Spokesman | Foto: Jens Cornelißennhänge, die sich unmittelbar auf die Organisation auswirken („Digitale Transformation“). Die digitale Transformation ist, so Brandt, also immer auch eine Business Transformation. Und hier sieht Andreas Winiarski, Gründer und Managing Partner von RCKT, die Unternehmenskommunikation in verantwortlicher Vorreiterrolle: „Der digitale Wandel ist zu 80 Prozent Kommunikation.“

Die neue Organisation von Kommunikation

Impulse wie diese haben immer wieder dieselben Fragen aufgeworfen: Was bedeutet der digitale Wandel für die Unternehmenskommunikation? Wie sind Abteilungen aufzustellen, damit sie flexibler, dialogorientierter und kollaborativer arbeiten können? Wie können Themen kurzfristig in Geschichten übersetzt und digital erzählt werden? Welche Rolle muss sich die Unternehmenskommunikation intern erarbeiten, damit sie die digitale Transformation mitgestalten kann? Um Fragen wie diese inhaltlich beantworten zu können, werden Kommunikatoren ihre Ausrichtung hinterfragen und an die neuen Herausforderungen anpassen müssen.

Unternehmen im freien Fall?

Ansonsten könnte es Unternehmen und ihren Kommunikationsabteilungen so gehen, wie Sascha Lobo es in seiner Keynote am zweiten Kongresstag beschrieben hat: „Für viele ist die Digitalisierung wie ein freier Fall, in dem man keine Kontrolle hat. Bis der Aufprall kommt.“ Entlang verschiedener Phasen wie Hybris, Starre und Aktionismus beschrieb er seine Idee vom „Plattform-Kapitalismus“, in dem wir uns seiner Meinung nach schon jetzt befinden. Von den Unternehmen verlange das, ein digitales Ökosystem um ihre Kundenbeziehungen aufzubauen.

Die digitale Transformation kommt mit Macht

Nach großen Messen wie der re:publica oder der dmexco hat nun auch der Kommunikationskongress die Relevanz der digitalen Transformation verdeutlicht. Wie hoch der Handlungsdruck für die Unternehmenskommunikation ist, brachte Miriam Meckel, Chefredakteurin der Wirtschaftswoche, in ihrer Festrede auf der Speakersnight auf den Punkt: „Während man selbst lange überlegt, ob und wann die digitale Transformation kommt, kommt sie – und zwar im Zweifel eher schnell als langsam.“