Bilder, Videos, Infografiken: Die Zukunft gehört dem visuellen Content

Aufmerksamkeitspannen werden kürzer und sind zunehmend visuell orientiert | Bild: Webdam, https://webdam.com/blog/brand-marketing-infographic

Video-Streaming über Apps, Fotos per WhatsApp, Infografiken bei Twitter – bildbezogene Inhalte haben Hochkonjunktur. Die digitale Transformation geht mit einem grundlegenden Trend zu immer stärkerer Visualisierung einher, denn „Image really is everything to the digital economy“. Wie können Kommunikatoren darauf reagieren, ohne dass dabei Inhalte auf der Strecke bleiben?

Unser Gehirn ist von Natur aus auf die Verarbeitung von Bildern bzw. bildhaften Inhalten spezialisiert. Forscher gehen davon aus, dass über 80 Prozent unserer Informationsaufnahme bildbezogen abläuft. Verkürzt gesagt, ist unser Gehirn nichts anderes als ein gut sortiertes Schubladensystem, das Informationen kategorisiert. Und auf Schubladen, in denen neben Inhalten auch Bilder abgespeichert sind, haben wir den leichtesten Zugriff. Vor diesem Hintergrund erscheint es vollkommen natürlich, dass digitale Kommunikation immer stärker durch Bilder, Videos und Emoticons als durch lange Texte erfolgt. Einen klaren Beleg hierfür lieferte kürzlich die Oxford-Dictionaries-Redaktion, die das „Tränen der Freude“-Emoticon zum WORT des Jahres kürte.

Smartphones als Katalysator für die neue Bilderflut

Der Trend zu mobilen Endgeräten ist nach wie vor ungebrochen. Einer aktuellen Deloitte-Studie zufolge nutzen mittlerweile drei Viertel der Deutschen Smartphones. Sie sind selbstverständlicher Teil unseres Alltags geworden und verändern unsere Kommunikation grundlegend. So haben sie zum Beispiel wesentlich dazu beigetragen, dass im Jahr 2015 weltweit 1 Billion Fotos gemacht wurden – in der gesamten Menschheitsgeschichte zuvor waren es gerade mal 4 Billionen. Messenger-Apps wie WhatsApp oder Snapchat sorgen dafür, dass sie in Echtzeit ausgetauscht und sogar als sprachlicher Ersatz für Wörter genutzt werden.

Auf Facebook sind sie der größte Hebel für Interaktionen (siehe Grafik). 44 Prozent aller User neigen eher dazu, auf einen Beitrag mit Bild zu klicken. Die digitale Transformation macht Visualität zu einer kommunikativen Verpflichtung.

Videos und Fotos erzeugen auf Social Media-Plattformen die meisten Interaktionen | Bild: quintly-Studie "Post Types That Rules The Facebook News Feed", https://d21buns5ku92am.cloudfront.net/47920/documents/27456-PostTypeRuleTheFacebookNewsfeed-64731a.pdf

Bewegtbild ist „The new Normal“

Aber nicht nur Fotos beherrschen die digitale Kommunikation – noch nie zuvor war es so leicht Videos mit hochauflösender Bildqualität aufzunehmen und direkt an ein Massenpublikum zu verbreiten. Auf YouTube werden pro Minute 400 Stunden Videomaterial hochgeladen. Mit dem Kauf des Videodienstes Vine ist auch Twitter ins Bewegtbildgeschäft eingestiegen und bleibt damit seinem (bisher noch bestehenden) Alleinstellungsmerkmal als KURZ-Nachrichtendienst treu – denn Vine-Videos sind auf maximal sechs Sekunden begrenzt.

Aber nicht nur die Aufnahme von Videos ist heute kein Problem mehr – Apps wie Periscope oder Meerkat ermöglichen es jedem Nutzer, die Videoaufnahme sogar  in Echtzeit ins Internet zu übertragen. Bei diesen Möglichkeiten überrascht es kaum noch, dass laut einer Cisco-Studie bis 2018 über 80 Prozent des gesamten Internet-Traffic aus Video-Content bestehen werden.

Infografiken als Kompromiss aus Text und Bild

Je mehr Bilder und Videos in der digitalen Welt verbreitet werden, desto mehr gewöhnen wir uns an die visuelle Informationsaufnahme. Gleichzeitig nimmt die Bereitschaft ab, sich mit langen Texten auseinander zu setzen. Für Kommunikatoren, die komplexe Sachverhalte erklären müssen oder einen Zugang zur äußert Video-affinen Generation Y suchen, ergibt sich hieraus eine große Herausforderung.

Infografiken sind ein Weg, um aus dieser Herausforderung eine Chance zu machen. Sie arbeiten visuell, setzen aber auch Text ein. Zum einen können gut ausgewählte Grafiken, Icons oder Schaubilder Komplexität reduzieren und zum Verständnis beitragen. Zum anderen kann eine ansprechende visuelle Gestaltung auch zum Lesen der Texte motivieren. Infografiken sind so beliebt wie nie zuvor – innerhalb von zwei Jahren haben die Google-Suchanfragen nach Infografiken um 800 Prozent zugenommen.