Strategie + Kultur + Leadership = Digitale Transformation

Digitalisierung & Disruption im Twitter-Gespräch zwischen @LMH und @datenimperator | Bild: https://www.instagram.com/p/BBVDtURphxZ/„Digitalisierung ist, wenn der Taxifahrer nebenbei Daytrader ist“, hat Lars M. Heitmüller, Leiter External Relations bei fischerAppelt, vor kurzem auf Twitter gepostet. Softwareberater Christian Aust nahm den Tweet auf und fügte hinzu: „…und Disruption ist, wenn er dabei erfolgreicher ist als deine Hausbank.“ Wir brauchen auf die digitale Transformation nicht zu warten –  wir sind schon mittendrin. Allerdings sind viele Unternehmen noch nicht auf sie vorbereitet. Was zunächst erschreckend wirkt, ist eine riesige Chance für die Unternehmenskommunikation.

Zum Jahreswechsel hat Telekom-CEO Tim Höttges der ZEIT ein Interview zum Thema digitale Transformation gegeben. Im Silicon Valley werde alles umgesetzt, was technisch möglich ist – auch, wenn dabei Gesetze überschritten werden: „Die nennen das zivilen Ungehorsam. Sie sagen: Wir provozieren mit dem zivilen Ungehorsam eine gesellschaftliche Diskussion darüber, dass die existierenden Gesetze im Endeffekt nichts anderes sind als ein Schutz für alte, falsche Systeme.“

So gesehen zeigen uns soziale Medien, Live-Streaming-Dienste oder Chat-Apps, dass auch die Unternehmenskommunikation alten, möglicherweise falschen Systemen folgt, wenn sie sich weiterhin allein auf Pressearbeit für Printmedien oder die Organisation von Kundenevents beschränkt.

Unternehmen fehlt der strategische Fokus

Unternehmen fehlt der digitale strategische Fokus | Bild: Studie "Strategy, not Technology, Drives Digital Transformation" von Deloitte und MIT Sloan Management Review: http://sloanreview.mit.edu/projects/strategy-drives-digital-transformation/?utm_source=twitter&utm_medium=social&utm_campaign=dlrpt15„Die Digitalisierung ist neben der Erfindung der Sprache, der Schrift und der Druckkunst eine der großen zivilisatorischen Errungenschaften der Menschheit. Und sie hat mehr Vorteile als Nachteile“, sagte Mathias Döpfner, CEO von Axel Springer, im Sommer 2014 in einem Handelsblatt-Interview. Wenn dem so ist, müssten Unternehmen den Megatrend eigentlich mit offenen Armen empfangen. Einer Studie von Deloitte und dem MIT Sloan Management Review zufolge, hat die Digitalisierung aber bei 43 Prozent der Unternehmen gar keine Business-Priorität. Bei 33 Prozent fehlt die nötige strategische Ausrichtung. Und da, wo es eine Digital-Strategie gibt, zweifeln 70 Prozent der deutschen Manager an ihrem Erfolg.

Digitale Transformation beginnt mit den Menschen

In erster Linie hängt Erfolg in der digitalen Transformation aber von den Mitarbeitern ab, die sie tragen und treiben. „Digitale Transformation beginnt mit der eigenen Unternehmenskultur“, sagte Carsten Tilger, Head of Corporate Communications and Public Affairs bei der Henkel AG, beim letzten DPRG-Meeting des Arbeitskreises Kommunikationssteuerung und Wertschöpfung. Die „People First“-Studie von Accenture liefert hierzu empirische Daten

„Going digital“ ist also nicht damit getan, die Mitarbeiterzeitschrift zu digitalisieren oder Kundenservice über Twitter anzubieten. Das ist nicht mehr als „Window Dressing“, wie es John Hagel, Co-Gründer von Deloitte‘s „Center for the Edge“, nennt.

Kein Wandel ohne Leadership

Die Unternehmenskultur wird man ohne klare Führung und Orientierung aus dem Top-Management allerdings nicht verändern können.

Einer Kienbaum-Studie zufolge, haben aktuell nur 11 Prozent der Unternehmen im deutschsprachigen Raum einen Verantwortlichen für die Digitalisierung von Geschäftsmodell und -prozessen.

Strategy + Culture + Leadership = Digitale Transformation | Bild: Studie "Strategy, not Technology, Drives Digital Transformation" von Deloitte und MIT Sloan Management Review: http://sloanreview.mit.edu/projects/strategy-drives-digital-transformation/?utm_source=twitter&utm_medium=social&utm_campaign=dlrpt15

Der digitale Dreiklang als Hebel für die Unternehmenskommunikation

Digitale Transformation meistern, heißt das Mindset eines Unternehmens zu verändern, zu transformieren. Und das funktioniert nur, wenn strategische Ausrichtung, Unternehmenskultur und Leadership systematisch aufeinander abgestimmt werden. Eine Mammutaufgabe, für deren Bewältigung Unternehmenskommunikation eine erfolgskritische Rolle spielt:

Die digitale Transformation ist komplex und mit Unsicherheiten verbunden. Hier kann die Unternehmenskommunikation komplizierte Zusammenhänge vereinfachen, um Mitarbeitern Chancen für ihren eigenen Arbeitsalltag zu zeigen.

Auch bei der Strategieentwicklung kann Kommunikation sich aktiv einbringen, denn sie hat das Ohr an den relevanten Stakeholder-Fronten und weiß um die Erwartungen, Interessen und Themen der Anspruchsgruppen.

Damit die Top-Manager den Transformationsprozess schlussendlich vorleben, müssen sie kommunikationsfähig gemacht werden und brauchen Beratung bei der Umsetzung der digitalen Transformation im Unternehmensalltag.