Die Unternehmenskommunikation im digitalen Fitness-Check

Wie schneidet die Unternehmenskommunikation beim digitalen Fitness-Check ab? I Bild: legodo.com

Die Digitalisierung verlangt Unternehmen einiges ab – von der Anpassung von Prozessen bis zum Umbau ganzer Geschäftsmodelle. Die Unternehmenskommunikation ist dabei in besonderem Maße gefordert: Sie muss die Digitalisierung der eigenen Funktion umsetzen und gleichzeitig die Transformation des gesamten Unternehmens vorantreiben. In einer gemeinsamen Studie mit der PRCC Personalberatung haben wir die Frage gestellt: Ist die Unternehmenskommunikation hierfür schon fit genug? Die Ergebnisse dieser Befragung ermöglichen uns erstmals, aktuelle Trendaussagen zur digitalen Fitness der Unternehmensfunktion zu treffen.

Welche Herausforderungen bedeutet die Digitalisierung für die Unternehmenskommunikation? Haben Kommunikatoren das nötige Rüstzeug, um den aktuellen Wandel zu bewältigen? Fragen wie diese begegnen uns in unserer Beratungspraxis beinahe täglich. Die Befragung von 195 Kommunikatoren auf Agentur- und Unternehmensseite, vom Berufseinsteiger bis hin zur Führungskraft, hat nun gezeigt: Den Kommunikatoren ist die Tragweite der Digitalisierung bewusst. Zwei Drittel sehen neue Herausforderungen auf sich zukommen, sogar ein Drittel ist der Ansicht, dass die Digitalisierung die Rahmenbedingungen der Unternehmenskommunikation komplett auf den Kopf stellt. Doch der Veränderungsdruck lässt Kommunikatoren keineswegs erstarren: Sie stehen der Digitalisierung überwiegend positiv gegenüber – sie begegnen ihr mit Interesse und Spannung und sehen darin eine Chance zur Weiterentwicklung der eigenen Funktion. Gefragt nach dem Reifegrad ihrer digitalen Kommunikation schätzt sich knapp die Hälfte als fortschrittlich ein: 38 Prozent bezeichnen sich als „Fast Follower“, sogar 9 Prozent als „digitale Speerspitze“. Diese Ergebnisse können uns optimistisch stimmen – zumindest vorerst.

Selbsteinschätzung des Reifegrads der eigenen Organisation I Quelle: Studie „Digital Fitness“ Lautenbach Sass/PRCC

Kommunikatoren sind optimistisch – aber sind sie auch fit genug?

Die befragten Kommunikatoren haben die zentralen Anforderungen der Digitalisierung klar vor Augen: Die höchste Relevanz schreiben sie einem angemessenen Digital-Know-how zu. Eine hohe Bedeutung sehen sie auch in der strategischen Ausrichtung der Unternehmenskommunikation auf den digitalen Wandel. Aktuell wird die Mehrheit der Kommunikatoren diesen Anforderungen jedoch noch nicht gerecht. In einer Vielzahl von Kompetenzfeldern klafft zwischen zugesprochener Relevanz und tatsächlicher Erfüllung noch eine Lücke. So ist beispielsweise die Fähigkeit, Themen aus der Unternehmensstrategie ableiten zu können, für alle Kommunikatoren zentral, doch nur 19 Prozent schätzen sich hier auch als kompetent ein. Neben mangelndem digitalem Know-how, fehlt es den Kommunikatoren nach eigener Einschätzung also vor allem an Strategie-, aber auch an Steuerungskompetenz. Damit entsteht insgesamt der Eindruck, dass in den meisten Unternehmen die Kommunikationsfunktion noch nicht ausreichend auf den digitalen Wandel vorbereitet ist.

Einschätzung der zentralen Anforderungen der Digitalisierung an die Unternehmenskommunikation I Quelle: Studie „Digital Fitness“ Lautenbach Sass/PRCC

Wird die Unternehmenskommunikation in der digitalen Transformation abgehängt?

Klar ist: Die Zielgerade der digitalen Transformation ist noch lange nicht in Sicht. Kommunikatoren haben noch eine gute Chance, den aktuellen Rückstand aufzuholen. Um sich in der digitalen Transformation des Unternehmens als Moderator und strategischer Berater des Top-Managements zu positionieren, muss die Kommunikation jedoch dringend die Transformation der eigenen Funktion bewältigen. Und die Vorzeichen hierfür stehen gut: Die Entwicklung einer Digitalstrategie und den Anstoß der digitalen Transformation der eigenen Funktion hat für alle Kommunikatoren im nächsten Jahr Top-Priorität.

Fit für die nächste Etappe – mit Digital-Know-how und Strategiekompetenz

Der zentrale Befund unseres Studie lautet also: Die Kommunikatoren stehen den Herausforderungen der digitalen Transformation zwar überwiegend positiv gegenüber, doch mit Optimismus alleine lässt sich der digitale Wandel nicht bewältigen. Um digital fit zu werden, muss die Unternehmenskommunikation an ihrer Kondition arbeiten: Sie muss die eigene Weiterentwicklung stärker forcieren und ihre Arbeit in einen strategischen Rahmen einbetten. Das sichert Kommunikatoren die nötige Puste für die nächste Etappe der Digitalisierung.